Invasive Neophyten in Deutschland

Gebietsfremde Pflanzen – schön und gefährlich?

Autor/innen

  • Susanne Bickel

DOI:

https://doi.org/10.11576/biuz-5863

Abstract

Unter den absichtlich eingeführten gebietsfremden Pflanzen befinden sich drei sehr auffällige invasive Pflanzen, die in den letzten 15 bis 20 Jahren große Flächen besetzt haben. Dieses sind die „Bauernorchidee“ Impatiens glandulifera und die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum), die einst als Bienenpflanzen angesalbt wurden, sowie zwei Knöterich-Arten: der Japanknöterich und der Sacchalinknöterich (Fallopia spec.). Von diesen beiden Knötericharten, die aus sehr unterschiedlichen Habitaten stammen, gibt es bereits Hybridpflanzen, die sich in ihrer neuen Heimat noch besser verbreiten als die Elternpflanzen. Impatiens und die Fallopia-Arten wachsen bevorzugt auf so genannten gestörten Flächen, also vom Menschen durch Wegebau, Kanalbauund Erdbewegungen jeder Art gerodeten Flächen, und sind daher für die sekundäre Sukzession wichtige Wegbereiter. Die Herkulesstaude ist wegen ihrer photosensibilisierenden Inhaltsstoffe, die schwerwiegende Hautentzündungen hervorrufen können, gefährlich und sollte in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen nicht geduldet werden. Andererseits ist sie mit ihren riesigen zigtausend Blüten enthaltenden Dolden eine zusätzliche Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Die Sinnhaftigkeit der Bekämpfung von Neophyten sollte in jedem Einzelfall geprüft werden.

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Veröffentlicht

2022-09-13

Zitationsvorschlag

Bickel, S. (2022). Invasive Neophyten in Deutschland: Gebietsfremde Pflanzen – schön und gefährlich?. Biologie in Unserer Zeit, 52(4), 379–388. https://doi.org/10.11576/biuz-5863