Terra Preta – Fakten und Mythen

Die schwarze Wundererde aus dem Amazonasgebiet

Autor/innen

  • Bruno Glaser

DOI:

https://doi.org/10.11576/biuz-4824

Schlagworte:

Terra Preta, Siedlungsboden, Schwarzerde, Schließung von Stoffkreisläufen, Bodenbiogeochemie

Abstract

Terra Preta ist ein alter Siedlungsboden, geprägt durch Jahrhunderte andauernden Eintrag großer Mengen an Verkohlungsrückständen (Pflanzenkohle) und Nährstoffen, welche von den Bodenorganismen in stabilen und fruchtbaren Humus überführt wurden. Dabei dominierten aerobe Prozesse durch bodeneigene Mikroorganismen. Es gibt weder wissenschaftliche Hinweise auf anaerobe Prozesse (Fermentation), noch auf „Terra Preta-Supermikroorganismen“. Die Existenz von Terra Preta beweist, dass es prinzipiell möglich ist, langfristig Kohlenstoff und Nährstoffe im Boden zu speichern bei gleichzeitiger intensiver Nutzung für Gartenbau oder Landwirtschaft. Die Anwendung dieses Konzeptes erlaubt unsere natürlichen Ressourcen nachhaltig in einer biobasierten Kreislaufwirtschaft zu nutzen. Darüber hinaus werden immer neue Anwendungsmöglichkeiten von Pflanzenkohle „entdeckt“, wie z. B. als Tierfutter, als Baumaterial oder zur Geruchsbindung in Trenntoiletten.

Veröffentlicht

2021-11-08

Zitationsvorschlag

Glaser, B. (2021). Terra Preta – Fakten und Mythen: Die schwarze Wundererde aus dem Amazonasgebiet. Biologie in Unserer Zeit, 51(4), 360–367. https://doi.org/10.11576/biuz-4824